Tipps zum Vorstellungsgespräch

Gute Vorbereitung – die Basis für erfolgreiche Vorstellungsgespräche

Du hast die erste Hürde auf dem Weg zum Ausbildungsplatz gemeistert und eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten. Ein wichtiger Schlüssel für deinen Erfolg: Informiere dich vor dem Bewerbungsgespräch ausführlich über das Unternehmen. Erste Informationen enthält bereits die Stellenausschreibung. Weitere Infos findest Du auf der Unternehmens-Homepage und in den Broschüren des Unternehmens. Wichtig sind z. B. folgende Infos:

  • Wer leitet das Unternehmen?
  • Wie viele Mitarbeiter gibt es aktuell?
  • Wie hoch sind Umsatz und Gewinn?
  • Was produziert das Unternehmen alles?
  • Gibt es einen oder mehrere Standorte, eventuell auch Auslandsniederlassungen?
  • Wo werden die Produkte vertrieben: deutschland-, europa-, weltweit?
  • Wer sind die Konkurrenten?
  • Welche Marktposition hat das Unternehmen: z. B. beispielsweise größtes Unternehmen in Deutschland oder im Ruhrgebiet?
  • Wichtige Stationen der Firmengeschichte!

Du wirst beim Bewerbungsgespräch auch nach Dingen aus deinem Leben, deiner schulischen Laufbahn und dem von dir angestrebten Ausbildungsplatz gefragt. Auch auf solche Fragen musst du dich gut vorbereiten. Mögliche Fragen sind z. B.:

  • Warum möchten Sie diese Ausbildung machen?
  • Was werden Sie machen, wenn Sie diesen Ausbildungsplatz nicht bekommen?
  • Warum möchten Sie die Ausbildung in unserem Betrieb machen?
  • Haben Sie sich auch bei anderen Unternehmen beworben?
  • Wieso haben Sie in dem Fach XY schlechte Noten?

Hast du nach dem Schulabschluss nicht sofort eine Ausbildung begonnen oder ein Praktikum gemacht, gibt es eine Lücke in deinem Lebenslauf. Dann wirst du sicherlich gefragt:

  • Was haben Sie zwischenzeitig gemacht?
  • Warum sollten wir ausgerechnet Ihnen den Ausbildungsplatz geben?
  • Welche Nachteile sehen Sie bei dieser Ausbildung?
  • Was wissen Sie über die Ausbildung?
  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?

Oft fällt es Bewerbern schwer, „etwas“ über sich selbst zu erzählen. Viele haben trotz guter Vorbereitung auch Angst vor unerwarteten Fragen beim Vorstellungsgespräch. Deshalb ist es sehr hilfreich für dich, solche Selbstdarstellungen und Fragerunden in Rollenspielen mit Freunden oder deinen Eltern zu üben.

Jetzt ein Hinweis, der eigentlich selbstverständlich ist: Du musst unbedingt pünktlich zum Vorstellungsgespräch erscheinen. Bus und Bahn können sich verspäten oder ganz ausfallen, mit dem Auto kannst du in einen Stau geraten. Plane also unbedingt für deine Anreise mehr Zeit als normalerweise nötig ein. Solltest du dich trotzdem verspäten, sag so früh wie möglich im Unternehmen Bescheid. Versichere dich also vor dem Losfahren, dass du die richtige Telefonnummer dabei hast und dass dein Handy noch genug „Saft" hat.

Kleidung und Äußeres – so machst Du einen guten Eindruck
Dein Outfit für das Vorstellungsgespräch solltest du gezielt auswählen: Es muss zur Branche und der Tätigkeit passen, für die du dich bewirbst. Grundsätzlich gilt: Deine Kleidung sollte sauber und ordentlich sein, genau wie deine Fingernägel. Und lieber ein bisschen zu schick als zu schlicht oder schlampig. Als Frau solltest du auf zu viel Make-up und Schmuck verzichten. Sehr enge oder gar durchsichtige Kleidung sowie ein großer Ausschnitt sind tabu. Als Mann gilt für dich: frisch rasiert oder zumindest mit einem gepflegten Bart erscheinen.

Ready, steady, go! – darauf musst du im Vorstellungsgespräch achten
Vorstellungsgespräche laufen meist nach dem folgenden Muster ab: Zuerst kommt die Begrüßung. Warte, bis dein Gesprächspartner auf dich zukommt und dir die Hand reicht. Setzt dich erst hin, wenn du dazu aufgefordert wirst. Anschließend erfolgt ein sogenannter Smalltalk. Beispielsweise wirst du gefragt, wie deine Anreise war oder wie es dir heute geht. Es geht dabei darum, erst einmal miteinander ins Gespräch zu kommen. Daher solltest du bei deinen Antworten nicht zu weit ausholen. Vor oder während des Smalltalks wird oft gefragt, ob du etwas zu trinken haben möchtest. Um unangenehme Situationen zu vermeiden, verzichte auf ausgefallene Wünsche.

Nach dem Smalltalk beginnt das „eigentliche“ Vorstellungsgespräch. Häufig stellt dein Gesprächspartner zuerst das Unternehmen vor. Verstehst du etwas nicht, dann frage höflich nach – achte dabei aber darauf, dass du nicht zu oft unterbrichst. Anschließend wirst du aufgefordert „etwas“ über dich zu erzählen. Hier heißt es wieder aufpassen: Dein größter Fehler wäre jetzt, wenn du noch einmal Punkt für Punkt deinen Lebenslauf durchgehst. Konzentriere dich nur auf die Dinge aus deinem Leben, die für deinen angestrebten Ausbildungsplatz wichtig sind.

Nachdem du von dir erzählt hast, wird dir der Personalverantwortliche sicherlich noch weitere Fragen stellen. Zum Schluss wird er sich erkundigen, ob du noch Fragen hast. Frage hier nicht mehr nach Dingen, zu denen er bereits etwas gesagt hat. Deshalb musst du während des ganzen Vorstellungsgesprächs sehr aufmerksam zuhören. Auch wichtig: Halte während des Gesprächs Blickkontakt, bleibe auch bei unangenehmen Fragen stets freundlich und sitz ruhig und gerade.

Noch ein Tipp zum Schluss: Frag Freunde oder Geschwister, die schon Vorstellungsgespräche gemacht haben, nach ihren Erfahrungen. Bestimmt können sie dir noch den einen oder anderen guten Ratschlag geben.